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nmap

nmap ist ein Portscanner, mit dem sich Netzwerke und / oder Computer im Internet (d.h. mit eigener IP-Adresse) auf offene Ports und den darauf lauschenden Diensten prüfen lassen. nmap kann z.B. zum Testen der eigenen Firewallkonfiguration eingesetzt werden oder auch zum Testen des eigenen Computers auf offene Ports und (unerwünscht?) im Hintergrund laufenden Diensten.

Das Paket nmap muss installiert werden:

sudo aptitude install nmap

Um nmap zu starten, öffnet man ein Terminal [3] und führt den folgenden Befehl aus:

sudo nmap [Scan-Technik] <Optionen> Ziel

Als Ziel sollte eine IP-Adresse (oder ein Adressbereich) angegeben werden. Wird nmap ohne Angabe eines Ziels aufgerufen, so erhält man als Ausgabe eine kurze Übersicht über die verschiedenen Scan-Techniken und Optionen.

nmap kann auch ohne Root-Rechte gestartet werden, allerdings ist der Funktionsumfang (also die Art der möglichen Scans) dann stark eingeschränkt.

nmap kennt verschiedene Scan-Techniken, die wie folgt aufgerufen werden können:

nmap - Scan-Techniken
Scan Technik Beschreibung
-sT Einfacher Connect Scan. Hierbei wird pro zu scannendem Port eine volle TCP-Verbindung auf- und wieder abgebaut. Dieser Scan steht als einziger zur Verfügung, wenn nmap ohne Root-Recht aufgerufen wird.
-sS „SYN-Stealth-Scan“: Ähnlich -sT, allerdings wird keine komplette TCP-Verbindung aufgebaut, daher unauffälliger. (Standard bei Root-Rechten)
-sU Scannt UDP-Ports statt TCP.
-sP Ping-Scan: Prüft nur auf Erreichbarkeit über Ping. Sinnvoll, um ganze Netzbereiche auf aktive Hosts zu testen.

Folgende etwas exotischere Techniken (und noch weitere) können in Einzelfällen sinnvoll sein. Es empfiehlt sich aber das vorherige Studium der Manpage oder der Homepage von nmap, um die Besonderheiten und möglichen Erkenntnisse zu verstehen.

Besondere Scantechniken
Scan Technik Beschreibung
„-sF“ , „-sN“ , „-sX“ nmap sendet an die zu scannenden Ports bewusst manipulierte bzw. falsche TCP-Pakete. Anhand der Reaktion des Ports (bzw. des Servers) lassen sich ggfs. Rückschlüsse ziehen, ob der Port offen oder von einer Firewall geschützt ist. Im Vergleich zu „-sT“ oder „-sR“ ebenfalls unauffälliger.
„-sA“, „-sW“ Dient ebenfalls zum Testen, ob ein Port offen oder geschlossen bzw. geschützt ist. Besonders gut zum Erkennen von Firewalls.

nmap kennt diverse Optionen, die mit den oben genannten Scan-Techniken kombiniert werden können:

Versions- und OS-Erkennung

nmap - Optionen (Version und OS)
Option Beschreibung
-sR Wird ein RPC-Dienst erkannt, so werden zusätzliche RPC-Pakete gesendet, da so evtl. weitere Informationen zum dem auf dem betreffenden Port lauschenden Dienst herausgefunden werden können.
-sV Versucht durch zusätzliche Tests, den Dienst auf jedem offenen Port zu identifizieren. Beinhaltet -sR.
-O OS-Detection: Versucht, an besonderen Eigenarten der Netzwerkimplementierungen das Betriebssystem des Zieles zu identifizieren.
-A Kurzform für -sV -O

Ports

Standardmäßig scannt nmap alle Ports von 1 bis 1024, sowie die höheren, die in der Datei /usr/share/nmap/nmap-services aufgeführt sind. Folgende Optionen erzeugen ein abweichendes Verhalten:

nmap - Optionen (Ports)
Option Beschreibung
-p X Scannt nur Port X
-p X-Y Scannt nur Port X bis Y
-p X,Y,Z Scannt die Ports X, Y und Z
-p- Alle Ports scannen
-F Schneller Scan, scannt nur die bekannten Ports, welche in der Datei nmap-services aufgeführt sind.
-r Scannt alle Ports in numerischer Reihenfolge, was zu besserer Übersichtlichkeit mit der Option -v führen kann. Standardmäßig wählt nmap eine zufällige Reihenfolge.

sonstige Optionen

nmap - Optionen (Ports)
Option Beschreibung
-P0 Normalerweise überprüft nmap vor einem vollen Portscan über Ping und TCP-Port 80, ob der Rechner überhaupt existiert und online ist. Diese Option schaltet das ab und wird benötigt um Hosts zu scannen, die keinen Webserver laufen haben und Ping blocken.
-e eth0 Weist nmap explizit an, die Netzwerkschnittstelle eth0 zu nutzen. Normalerweise wählt nmap die Schnittstelle selber aus.
-oN DATEI Protokolliert den Scan in DATEI
-v Gibt zusätzliche Informationen während des Scans aus. Kann nie schaden.

Grundsätzlich start man aber besser mit Root-Rechten, da sonst der Funktionsumfang (also die Art der möglichen Scans) dann stark eingeschränkt ist. Mit Hilfe der genannten Programme kann man die verschiedenen oben geschriebenen Scantechniken und Optionen bequem aus diversen Auswahlmenüs zusammenstellen. Der entsprechenden Aufruf von nmap wird in einer Zeile des Fensters dargestellt.