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Ansible

Ansible ist ein Open-Source Automatisierungs-Werkzeug zur Orchestrierung und allgemeinen Konfiguration und Administration von Computern. Es kombiniert Softwareverteilung, Ad-hoc-Kommando-Ausführung und Konfigurationsmanagement. Es verwaltet Netzwerkcomputer unter anderem über SSH und erfordert keinerlei zusätzliche Software auf dem zu verwaltenden System. Module nutzen zur Ausgabe JSON und können in jeder beliebigen Programmiersprache geschrieben sein. Das System nutzt YAML zur Formulierung wiederverwendbarer Beschreibungen von Systemen. Quelle: Wikipedia

Implementiert ist Ansible in Python und führt Befehle über SSH aus.

  • ad-hoc-Befehl ausführen (nicht interaktiv):
    ansible -i hosts -m shell -a "uname -a"
  • facts: sind Variablen die auf dem Host erhoben werden, z.B. vom setup-modul:
    ansible $HOSTNAME -i hosts -m setup
  • inventory: Liste der Ziele (via SSH) auf die Aufgaben angewendet werden sollen
  • module: Funktionen von Ansible
  • variablen (in Playbooks, als host- oder groupvars, als extra-vars ) siehe auch: Variablen precedence
  • handlers: Aufgaben die bei Bedarf ausgeführt werden, z.B service restart
  • playbook: Eine Art Drehbuch was zu tun ist (Liste von Anweisungen, Variablen, Tasks und Verweise auf Rollen):
    ansible-playbook --limit=$HOSTNAME -i hosts-muca-mucb playbooks/$mein-Playbook.yml
  • roles („Rollen“): ausgelagerte Playbooks, die zur Wiederverwendung optimiert sind
  • tasks: einzelne Arbeitsschritte die jeder Host durchläuft
  • vault: Speicher für Zugangsdaten
  • ansible-galaxy (requirements): Sammlung von Rollen unter https://galaxy.ansible.com
  • YAML: ist einfache Auszeichnungssprache dessen Syntax alle Dateien haben müssen

Am Ende jedes Laufes wird ein „Play Recap“ angezeigt:

PLAY RECAP **********************************************************************************************
Host1      : ok=6    changed=1    unreachable=0    failed=0    skipped=3    rescued=0    ignored=0

Bedeutung:

  • Ok: Zustand vom task ist gegeben
  • changed: Aufgabe wurde ausgeführt um das Ziel des taks zu erreichen (ggf. wurden handler ausgelöst)
  • unreachable: host nicht erreichbar
  • failed: task fehlgeschlagen, Ausführung endet hier für diesen Host
  • skipped: tasks wurden wegen Bedingung nicht ausgeführt
  • rescued: ein fehlgeschlagener taks wurde durch einen rescue-Block abgefangen

Definition von Idempotenz (engl. „idempotence“): „the property of certain operations in mathematics and computer science that can be applied multiple times without changing the result beyond the initial application“ (Quelle)

Generell geht darum bestimmte Aufgaben wiederholbar zu machen, d.h. eine Aufgabe sollte nicht bei jedem Lauf neu ausgeführt werden (was weitere Aktionen wie Server-restarts bedeuten kann) sondern nur wenn sich etwas ändert. Das Ergebnis sollte aber auch jedes mal die gleiche sein.

Grundsätzlich ist es möglich die Paketquelle der Distribution zu benutzen und auch Python und Jinja2 darüber zu installieren. Ich rate allerdings davon ab weil die Entwicklung bei Ansible und Python (incl. jinja2) i.d.R. schneller geht als man den ausführenden Rechner aktuell hält (und der ist entscheidend weil dort der Code geparst wird).

Mit pip können die installierte Version schnell und unabhängig vom System verändert werden.

pip kommt mit dem Paket python-pip oder über andere Methoden.

Systemweit

  • aktuelle Version: sudo -H pip install ansible
  • bestimmte-Version: sudo -H pip install ansible==2.7.8

nur für den aktuellen Benutzer (nach /.local/bin):

  • pip install ansible (upgrade später: pip install ansible –upgrade)
  • Pfad erweitern (in der .bashrc): PATH=~/.local/bin/:$PATH

Anforderung: Login via eigenem Systembenutzer, gemeinsames Repo und Vault 1). gemeinsame Gruppe: admins

  • Einrichtung:
    sudo chgrp admins /etc/ansible-vault-password
    sudo chmod g+ws /etc/ansible-vault-password
    sudo chgrp admins /etc/ansible
    sudo chmod g+ws /etc/ansible
    cd /etc/ansible
    sudo chgrp admins -R *
    sudo chmod g+ws -R *
    sudo chmod g+w .gitignore
    sudo chgrp admins .gitignore
    sudo chmod g+ws .git
    sudo chgrp admins .git
    cd .git
    sudo chmod g+ws -R *
    sudo chgrp admins -R *
  • das /etc/ansible-Verzeichnis ist für die Gruppe admins schreibbar
  • neue Dateien werden durch sticky-bit auf Gruppe admins gesetzt
  • umask muss 002 sein, bereits in der /etc/profiles eingetragen:
    if [ $UID -gt 199 ] && ([ "`id -gn`" = "`id -un`" ] || [ "`id -gn`" = "admins" ] ); then
        umask 002
    else
        umask 022
    fi
  • vault-passwort außerhalb des Repos /etc/ansible-vault-password
  • ansible.cfg
    [defaults]
    host_key_checking=False
    remote_user=root
    private_key_file = /etc/ansible/.priv_key/id_rsa_deploy
    
    # format of string {{ ansible_managed }} available within Jinja2:
    ansible_managed = Ansible managed: {file} modified on %Y-%m-%d %H:%M:%S on {host}
    
    # vault
    # handling: "ansible-vault view|edit|rekey vault_tpi.yml"
    vault_file = vault_tpi.yml
    vault_password_file = /etc/ansible-vault-password

Problem: Bei neue Hosts sind die Fingerprints lokal unbekannt, d.h. Ansible scheitert an der interaktiven Nachfrage von SSH (ob der Fingerprint akzeptiert werden soll).

Das könnte auf zwei Arten gelöst werden:

  1. Entweder man deaktiviert den Check komplett
    1. per Config (es werden alle Fingerprints ignoriert): in ansible.cfg (/etc/ansible/ansible.cfg oder ~/.ansible.cfg)
      [defaults]
      host_key_checking = False
  2. fallweise über Umgebungsvariable (ANSIBLE_HOST_KEY_CHECKING = False), z.B. mit export ANSIBLE_HOST_KEY_CHECKING=False ansible-playbook …
  3. etwas unschöner auch über die SSH-Config (fallweise –ssh-common-args='-o StrictHostKeyChecking=no' bzw. permanent)
  4. oder einen task schreiben um die neuen Fingerprints lokal abzulegen:
      - name: Write the new ec2 instance host key to known hosts
        connection: local
        shell: "ssh-keyscan -H {{ inventory_hostname }} >> ~/.ssh/known_hosts"

Quellen: https://stackoverflow.com/questions/32297456/how-to-ignore-ansible-ssh-authenticity-checking

.ansible/roles

Beispiel: das inventory in der Datei hosts enthält ein Gruppe „meine-Server“ auf denen der Befehl „uname -a“ ausgeführt werden soll: ansible -i hosts meine-Server -a 'uname -a'

Passwort (für den vault) angeben:

  • Interaktiv: --ask-vault-pass
  • in Skripten: --vault-password-file ~/.vault_pass
  • via Umgebungsvariable: ANSIBLE_VAULT_PASSWORD_FILE (export ANSIBLE_VAULT_PASSWORD_FILE=~/.vault_pass.txt)
  • Anweisung vault_password_file = /path/to/vault_password_file via config-Datei:
    • Umgebungsvariable ANSIBLE_CONFIG (export ANSIBLE_CONFIG=~/.ansible.cfg)
    • pro Benutzer: ~/.ansible.cfg
    • systemweit: /etc/ansible/ansible.cfg
  • anlegen: ansible-vault create myVaultfile.yml
  • editieren 2): ansible-vault edit myVaultfile.yml
  • anzeigen: ansible-vault view myVaultfile.yml
  • entschlüsseln: ansible-vault decrypt myVaultfile.yml
  • Passwort ändern: ansible-vault rekey myVaultfile.yml

Statt eines vault-files sind auch einzelne verschlüsselte Zeichenketten (encrypt_string) möglich, beispielweise z.B. um einzelne Variablen zu befüllen.

Beispiel: Hier bekommt die Variable DB_password den Inhalt „test“, was mit Passwort „test“ verschlüsselt wird:

  • interaktiv nach verschlüsselter Zeichenkette fragen: ansible-vault encrypt_string
  • … oder den Standard-input (=stdin) nehmen (via echo, cat, …) und die Ansible-Variable DB_password befüllen:
    echo -n test | ansible-vault encrypt_string --stdin-name 'DB_password'
    New Vault password: 
    Confirm New Vault password: 
    Reading plaintext input from stdin. (ctrl-d to end input)
    DB_password: !vault |
              $ANSIBLE_VAULT;1.1;AES256
              34343731306634383662333232613932373137626262643234633561356464663430343430636532
              3863333730383735363965643363386462376634366136650a353463663661316163373530386337
              38353365383830613935363838653833636530353537383834643865333130323032386661643132
              3132306637383466610a626164653830323565333635396662653066636237656262313965373263
              6264
    Encryption successful

→ diese Ausgabe kann direkt in yaml-Dateien benutzt werden.

Ein Playbook das verschlüsselte vault-strings benutzt muss von nun an bei m Aufruf entschlüsselt werden: ansible-playbook site.yml --ask-vault-pass

In awx/tower muss der credential type=Vault vorhanden sein: https://docs.ansible.com/ansible-tower/latest/html/userguide/credentials.html#id13

Ansible muss wissen das Variablen im vault-file liegen:

  vars_files:
    - myVaultfile.yml

Datei /etc/ansible/hosts umfasst alle Server die durch Ansible angesprochen/verwaltet werden. Es ist möglich die Server sinnvoll in [Gruppen] zu unterteilen. Es können außerdem Gruppen aus anderen Gruppen erstellt werden.

Wichtig ist dabei zu beachten: Hostname soll als FQDN angegeben werden.

Beispiel: „Gruppen“ setzt sich zusammen aus Gruppe1 und Gruppe2:

[Gruppen:children]
Gruppe1
Gruppe2

[Gruppe1]
...

[Gruppe2]

Variablen können vielseitig überschrieben werden. Ein paar Auswahlmöglichkeiten:

  • die role-defaults /roles/$Rollenname/vars/defaults/main.yml (wichtige Variablen werden definiert und sinnvolle/sichere Standardwerte gesetzt)
  • inventory-vars (hostspezifisch): neben dem hostname variable=wert
  • group-vars (gruppenspezifisch): group_vars/GRUPPENNAME oder all
  • playbook-vars (für diesen run, diese Verwendung, z.B. create, destroy-Abzweigungen)
  • extra vars (bei der Laufzeit des playbooks übergeben): export system_variable=test; ansible-playbook …
    playbook_Variable: "{{ lookup('env', 'system_variable') }}"

Siehe auch die vollständige Reihenfolge.

Wiederverwendbare tasks/Aufgaben sollten möglichst in wiederverwendbare Rollen ausgelagert werden.

Suchreihenfolge von Ansible ist standardmäßig:

  1. zuerst in ./roles
  2. dann Benutzerverzeichnis ~/.ansible/roles (das wäre mit einem individuellen Login schlecht weil für andere nicht auffindbar)
  3. dann in /etc/ansible/roles

Falls auf dem ansible-master mit mehreren Benutzer gearbeitet werden soll, kann auch der Systempfad /etc/ansible/roles benutzt werden.

Für verwendete Rollen lässt sich eine requirements.yml anlegen.

sudo ansible-galaxy install --roles-path=/etc/ansible/roles -r external-requirements-ansible-host.yaml

Ansible ist modular aufgebaut

weitere Module siehe Files modules.

Modulname (Link zur Doku) Zweck, geeignet für… nicht geeignet für …
copy Dateien kopieren oder erzeugen (entweder aus anderen Dateien oder aus Variablen (mit Option „content“). Kann eine valide Datei-Syntax durch Aufruf eines Programm validieren um z. B. Syntaxfehler bei sudoers-Dateien oder sonstiger inhaltliche Fehler zu vermeiden (mit der Konsequenz das Dienste sterben) → siehe validate wenn der Inhalt verändert werden soll: template oder assemble nehmen.
file Dateien und Rechte ändern
synchronize rsync
template Dateien erzeugen (wenn der Inhalt der Datei durch Variablen verändert werden muss)
unarchive / archive Archivhandling (bz2, gz, tar, xz, zip)

Achtung bei Dateirechten in octal-Schreibweise

die Angaben in octal (z.B. 600 für owner rw) müssen komplett als mode: 0644 oder in einfachen Anführungszeichen mode: '600' geschrieben werden. Alles andere bringt sonderbare Rechtemasken hervor

Spezialmodule (Auswahl)

templates sind via jinja2 implementiert, siehe Dokumentation.

Ansible hat das Henne-Ei-Problem Python zu benötigen aber um das zu Installieren braucht man bereits Python. Bei Debian/Ubuntu in der Minimalinstallation ist Python z.B. nicht installiert.

Aber auch das lässt sich mit Ansible-Mitteln lösen, dazu muss

  • erstmal das erheben der facts („gather_facts: False“) abgeschaltet werden (weil das bereits mit Python realisiert ist)
  • dann mittels raw-Modul direkt ein SSH-Kommando abgesetzt werden (Achtung: das beachtet kein Umgebungsvariablen wie z.B. Proxy-Einstellungen!)
  • und zuletzt explizit nachgeholt werden (mit dem setup-Modul) um in weiteren tasks auf die facts zugreifen zu können.

Hier ein passendes Playbook:

---
- hosts: all
  gather_facts: False
  # become: yes
  pre_tasks:
  - name: Install python for Ansible
    raw: test -e /usr/bin/python || (apt-get -y update && apt install -y python)
    register: output
    changed_when: output.stdout != ""
  tasks:
  - name: Gathering Facts now
    setup:

https://gist.github.com/gwillem/4ba393dceb55e5ae276a87300f6b8e6f

Achtung: Wiederverwendung der Variable myoutput in anderen taks führt auch bei skip des tasks zur Veränderung des Inhaltes, siehe https://docs.ansible.com/ansible/latest/user_guide/playbooks_variables.html#registering-variables .

---
- hosts: all
  tasks:
    - name: uname anzeigen
      command: uname -a
      register: myoutput
 
    - name: show output (alle attributes)
      debug:
        msg: "{{ myoutput }}"
 
    - name: show standard output (stdout multiline)
      debug:
        msg: "{{ myoutput.stdout_lines }}"
      when: myoutput.stdout_lines is defined and myoutput.stdout_lines != '' and myoutput.stdout_lines != none
 
    - name: show error output (stderr multiline)
      debug:
        msg: "{{ myoutput.stderr_lines }}"
      when: myoutput.stderr_lines is defined and myoutput.stderr_lines != '' and myoutput.stderr_lines != none
  • include_tasks
  •   include_role:
        name: meineRolle
  • import_playbook

Bestimmte Aufgaben werden nur bei bestimmten Anlässen gestartet. Das lässt sich einerseits über Bedingungen erledigt (when: Bedingung == true) andererseits können sog. handler von beliebigen Aufgaben aus angesteuert werden um eine Aufgabe wie z.B. einen Service-restart zu erledigen (Anlass: Config geändert).

Dies lässt sich mit „notify“ erledigen (Beispiel vmware-tools installieren + Dienst starten incl. autostart):

- name: "Ensure vmware guest tools are installed"
  package: name="open-vm-tools" state=present
  when:
    - ansible_virtualization_role == "guest"
    - ansible_virtualization_type == "VMware"
  notify: Start and enable vmtoolsd

ein entsprechender handler wäre dieser:

handlers/main.yml

---
- name: Start and enable vmtoolsd
  service:
    name: vmtoolsd
    state: started
    enabled: yes

:!: Der handler wird nur ausgeführt wenn sich etwas ändert (task: „changed“), d.h. ist das Paket installiert ABER der Dienst nicht gestartet oder aktiviert wird der handler nie aufgerufen.

Robuste Abfragen sollten berücksichtigen dass die Variable run_task1 nicht definiert sein könnte und Typumwandlungen beachten (siehe unten):

- include_tasks: Aufgabe1.yml
  when: run_task1 is defined and run_task1|bool

Hintergrund: Umwandlungen in bool

https://github.com/ansible/ansible/issues/11905. Lösung:

a: !!str yes
b: 'yes'

Beispiel und Erklärung: php_display_errors: !!str On (speichert „On“ explizit als string damit ''php_display_errors: On' erhalten bleibt).

Zusätzlich muss die Auswertung von bool-Variablen in Zukunft (ab Version 2.12) explizit angegeben werden:

[DEPRECATION WARNING]: evaluating ntp_enabled as a bare variable, this behaviour will go away and you might need to add |bool to the expression in the future. Also see 
CONDITIONAL_BARE_VARS configuration toggle.. This feature will be removed in version 2.12. Deprecation warnings can be disabled by setting deprecation_warnings=False in ansible.cfg.

Beispiel:

- name: Ensure NTP is running and enabled as configured.
  service:
    name: "{{ ntp_daemon }}"
    state: started
    enabled: yes
  when: ntp_enabled

die letzte Zeile sollte verändert werden in „when: ntp_enabled|bool“.


2)
es wird der Standard-Editor aus der Umgebungsvariablen $EDITOR benutzt