[[linux:mehrsprachigkeit]]

Sprachenunterstützung

Die Sprachenunterstützung von Linux ist sehr gut: Über Variablen (locales s.u.) kann jedes Programm die aktuellen Spracheinstellungen erfahren und seine Meldungen in der jeweiligen Sprache ausgeben. Die Unterstützung von Unicode (utf-8) haben fast alle Programme integriert.

Große Teile dieser Seite basiert auf „Spracheinstellungen“ des ubuntuusers-Wiki.

GNOME

In allen aktuellen Ubuntu Versionen steht der Punkt

  • „System → Systemverwaltung → Sprachunterstützung“ (ab Ubuntu 7.10 „Gutsy Gibbon“)
  • „System → Administration → Sprachunterstützung“ (bis Ubuntu 7.04 „Feisty Fawn“)

zur Verfügung. Dort wählt man als Sprache „Deutsch“ und es werden die nötigen Sprachpakete automatisch installiert.

Ubuntu "Intrepid Ibex" 8.10

Seit Ubuntu „Intrepid Ibex“ 8.10 kann man die Sprachpakete über den Dialog Sprachunterstützung sehr individuell installieren. So ist es kein Problem zusätzliche Rechtschreibprüfungen für andere Sprachen zu installieren, die dazugehörigen Sprachpakete jedoch wegzulassen. Ein deutschsprachiges Ubuntu mit zusätzlicher französischen Rechtschreibprüfung ist so problemlos machbar.

kde-sprachunterstuetzung.png

KDE

Unter KDE kann eine fehlende Sprachunterstützung unter

  • „K-Menü → System → Sprachunterstützung“

nachinstalliert werden. Anschließend kann man die Sprache unter

  • „K-Menü → Systemeinstellungen → Personal → Regionaleinstellungen und Zugangshilfen → Land/Region & Sprache“

auswählen. Dort gibt man bei „Regionales“ die Sprache an, in der man sein KDE betreiben möchte. Im Beispiel hier ist es jetzt Deutsch, also wählt man Deutschland aus. Alle anderen können gelöscht werden. Bei „Tastaturlayout“ wählt man noch die deutsche Tastaturbelegung aus und kann die US löschen.

:!: In Kubuntu KDE 4 Hardy Heron funktioniert die automatische Installation leider nicht. Es muss auf die manuelle Installation zurückgegriffen werden.

xfce-sprachunterstuetzung.png

Xfce

Unter Xfce können die Sprachpakete unter

  • „Applications → System → Sprachunterstützung“

installiert werden. Dort wählt man als zu unterstützende Sprache sowie als Standardsprache „German“ (Deutsch) - die nötigen Sprachpakete werden automatisch installiert.

Kommt es bei der automatischen Einrichtung zu Fehlern, läuft ein Upgrade nicht sauber oder hat man während der Installation noch keine Internetverbindung, so kann man die Sprachpakete nachinstallieren. Benötigt werden folgende Pakete:

  • language-pack-de
  • language-pack-de-base
  • language-support-de

Je nachdem, welche grafische Oberfläche man verwendet (GNOME oder KDE), bzw. von welchem Projekt die verwendeten Programme stammen, muss man zusätzlich folgende Pakete installieren. Nach der Installation der Pakete muss die deutsche Sprache noch als Standard eingestellt werden.

Danach sollten die meisten Programme in deutsch verfügbar sein. Für einige Programme gibt es leider noch keine deutsche Übersetzung. Daher sind auch zusätzlich noch die englischen Sprachpakete installiert. Wer bei der Übersetzung helfen möchte, kann sich beim GNOME-Projekt bzw. beim KDE-Projekt oder auf der Homepage des jeweiligen Programmes informieren.

GNOME

Für GNOME Programme:

  • language-pack-gnome-de
  • language-pack-gnome-de-base

Nach der Installation die Standardsprache im Anmeldemanager GDM (also dort, wo man Benutzernamen und Passwort eingeben muss) einstellen.

KDE

Für KDE Programme:

  • language-pack-kde-de
  • language-pack-kde-de-base
  • kde-i18n-de
  • k3b-i18n (universe) - für K3b
  • koffice-i18n-de (universe) - für KOffice

Danach in den Systemeinstellungen: „Systemverwaltung → Anmeldungsmanager → Erscheinungsbild → Land → Deutsch (de)“ auswählen.

KDE 4

Für KDE 4 ist folgendes Paket zu installieren:

  • kde-l10n-de

Danach in den Systemeinstellungen: „Land/Region & Sprache → Land/Region & Sprache → Sprache hinzufügen → Deutsch“

Nun „Deutsch“ über die Pfeilsymbole falls nötig an erste Stelle verschieben und bei „Land und Region“ auf „ändern…“ klicken und Deutschland (Europa, Mittleres) auswählen. Nach einem Klick auf „Anwenden“ werden neue KDE Programme in Deutsch gestartet.

Wenn man KDE-Programme unter Gnome nutzt, dann ist es evtl. erforderlich, nach der Installation der Sprachpakete (s.o.) die Sprache für die KDE-Programme umzustellen. Dazu muss man das Paket

  • kcontrol

installieren, falls dies noch nicht im Zusammenhang mit einer anderen Installation geschehen ist. Nun öffnet man ein Terminal und gibt dort folgenden Befehl ein

kcontrol

Nun öffnet sich das KDE-Kontrollzentrum. Hier wählt man nun „Regionaleinstellungen … → Land/Region & Sprache → Regionales“ und wählt bei „Default“ (Standard) Deutschland aus (es findet sich unter „Europe, central“). Anschließend klickt man auf „Anwenden“ um die Einstellung zu übernehmen. Evtl. ist nun noch ein Neustart der grafischen Oberfläche nötig.

:!: Benutzer die bisher nur unter Windows gearbeitet haben sind es oftmals gewohnt Sonderzeichen wie beispielsweise den Klammeraffen „@“ über die Tastenkombination Strg + Alt + Q zu erzeugen. Dies ist eine Eigenart von Windows. Unter Linux geht dies mit Alt Gr + Q. Man benutzt also „nur“ die rechte Alt-Taste.

Eventuell ist nach der Installation auch die Tastatureinstellung nicht korrekt. Dies bemerkt man z.B. daran, dass die spitzen Klammern „<“ oder „>“ nicht funktionieren oder die Pipe „|“ sich nicht erzeugen lässt. In diesem Fall muss die Tastatur noch korrekt angegeben werden.

gnome-tastatureinstellungen.png

In dem Menü

  • System → Einstellungen → Tastatur

unter dem Punkt „Belegungen“ wählt man das Tastaturmodell „Generic 105-key (Intl) PC“ aus und ergänzt als Belegung „Germany Eliminate dead keys“ für das deutsche Tastaturlayout.

kde-tastatureinstellungen.png Im Menü

  • „Systemeinstellungen → Regionaleinstellungen → Tastaturlayout“

in KDE 4:

  • „Systemeinstellungen → Land/Region & Sprache → Tastaturlayout“

unter dem Punkt „Tastaturtyp“ wählt man das Tastaturmodell „Generic 105-key (Intl) PC“ aus und fügt zu „Aktive Belegungen“ „Germany“ für das deutsche Tastaturlayout ein.

xfce-tastatureinstellungen.png In dem Menü

  • Applications → Einstellungen → Tastatureinstellungen

unter dem Punkt „Layouts“ kann man die Konfigurationseinstellungen ändern. Üblicherweise übernimmt Xfce die Einstellungen des Xservers. Sollte man ein anderes Tastaturlayout nutzen wollen, so kann man die Option „Use X configuration“ deaktivieren und eigene Einstellungen wählen. Üblicherweise als „Generic 105-key (Intl) PC“ und „de“ sowie „nodeadkeys“ als Variante.

Möchte man die Tastaturbelegung auf einfache Art zurücksetzen, muss man folgenden Befehl eingeben:

setxkbmap -model pc105 -layout de -variant basic

Es wird keine weitere Meldung zurückgegeben, nach Ausführung des Befehls landet man bei der nächsten Eingabezeile.

:!: Achtung! Zur Vorsicht sollte die Veränderung der Einstellungen außerhalb vom Fenstermanager (KDE/GNOME) gemacht werden, d.h. in der Konsole.

Ubuntu benutzt als Grundzeichensatz utf-8 als Kodierung. Man hat jedoch die Möglichkeit die Kodierung in wenigen, einfachen Schritten zu ändern. Hier wird als Beispiel auf den Zeichensatz de_DE@euro ISO-8859-15 umgestellt.

Zunächst muss sichergestellt sein, dass die zukünftig gewünschte Kodierung auf dem System vorhanden ist. Dies geschieht mit folgendem Befehl:

sudo locale-gen de_DE@euro

Es können auch andere oder mehrere Kodierungen angegeben werden. Eine Liste der möglichen Angaben ist in der Datei /usr/share/i18n/SUPPORTED enthalten. Die erste Spalte beschreibt dabei den Schlüssel, welcher in obigem Befehl angegeben werden muss. Die zweite Spalte definiert die genaue Kodierung.

Abschließend muss die systemweite Festlegung in den Dateien /etc/environment und /etc/default/locale an der Variable LANG vorgenommen werden. Letztere Datei muss nur angepasst werden, wenn diese vorhanden ist. Dies ist z.b. bei Dapper (Ubuntu 6.06) noch nicht der Fall. Mögliche Werte lassen sich zuvor mit dem Befehl locale -a erfragen. Zum Bearbeiten der Dateien müssen diese mit Rootrechten in einem Editor geöffnet werden.

Die Änderung wirkt sich erst nach einer Neuanmeldung aus.

Wenn ein Benutzer eine andere Kodierung benötigt als systemweit eingerichtet, ist dies in der Datei ~/.bashrc anzugeben:

LANG=de_DE@euro
export LANG

In einem Terminal muss nun die eigene .bashrc neu eingelesen werden:

source ~/.bashrc

Sollte dies nicht zum Erfolg führen, den PC neu starten.

Danach sollte die gewünschte Kodierung abrufbar sein. Der Befehl

locale

sollte etwas in dieser Art ausgeben:

LANG=de_DE@euro
LC_CTYPE="de_DE@euro"
LC_NUMERIC="de_DE@euro"
LC_TIME="de_DE@euro"
LC_COLLATE="de_DE@euro"
LC_MONETARY="de_DE@euro"
LC_MESSAGES="de_DE@euro"
LC_PAPER="de_DE@euro"
LC_NAME="de_DE@euro"
LC_ADDRESS="de_DE@euro"
LC_TELEPHONE="de_DE@euro"
LC_MEASUREMENT="de_DE@euro"
LC_IDENTIFICATION="de_DE@euro"
LC_ALL=

Es kann passieren, wenn man in Ubuntu Dapper Drake das Paket libc aktualisiert (zum Beispiel bei einem Upgrade), dass die Locales falsch eingestellt sind man eine Perl Fehlermeldung oder dergleichen bekommt. Um dieses Problem zu lösen, installiert man entweder wieder die libc aus Dapper oder aktualisiert die Locales ebenfalls.

Es kann passieren, dass im Textmodus (also außerhalb eines grafischen Systems direkt am Terminal) Sonderzeichen und Umlaute falsch dargestellt werden. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass der falsche Zeichensatz eingestellt ist. Dies kann man überprüfen indem man an der Kommandozeile eingibt:

cat /etc/default/console-setup | grep CODESET

Wenn man eine andere Ausgabe erhält, als

CODESET="Lat15"

, dann ist ein falscher Zeichensatz aktiviert. Den richtigen Zeichensatz kann man mit folgendem Befehl einstellen:

sudo dpkg-reconfigure console-setup

Mit diesem Befehl wird die virtuelle Konsole neu eingerichtet. Man kann nun überall die Standardeinstellungen übernehmen, bis man nach dem Zeichensatz gefragt wird. Hier muss man nun „Latin1 und Latin5 - westeuropäische und türkische Sprachen“ auswählen. Nach einem Neustart des Rechners sollte die virtuelle Konsole problemlos die deutschen Umlaute darstellen.

Bei fehlenden Spracheinstellungen bekommt man, z. B. beim installieren von Software, Warnhinweise:

perl: warning: Setting locale failed.
perl: warning: Please check that your locale settings:
        LANGUAGE = (unset),
        LC_ALL = (unset),
        LANG = "en_US.ISO-8859-15"
    are supported and installed on your system.
perl: warning: Falling back to the standard locale ("C")

Um die Spracheinstellungen vorzunehmen reichen bei Debian zwei Zeilen:

sudo aptitude install locales
sudo dpkg-reconfigure locales

Bei Ubuntu helfen die Zeilen

sudo dpkg-reconfigure locales
sudo dpkg-reconfigure localeconf 

:!: Die unterstützten locales sind u.a. auch im /var/lib/locales/supported.d/ eingetragen.

Alternativer Weg.

FIXME

Mit dem Paket xmodmap kann man das Verhalten der Tastatur ändern.

Beispiel: Die Capslock (Feststelltaste) deaktivieren. Dafür muss man im Home-Verzeichnis eine Datei mit den Namen .Xmodmap erstellen die die folgenden Zeile enthält. <file> remove lock = Caps_Lock <file>

Die Zeitzoneneinstellungen lassen sich unter Debian mit

dpkg-reconfigure tzdata

ändern.

Zeichensätze

Grundsätzlich gehen alle aktuellen Distributionen mit utf-8 (Unicode) korrekt um, einige Programme haben aber eventuell noch ihre Probleme. Auch beim kopieren könnte man etwas schiefgehen.

Ein Glück helfen bei Problemen mit (Dateinamens-) Kodierungen einige Programme:

  1. utf8migrationtool: (im Repository) bietet eine grafische Konvertierung zu utf8 an
  2. convmv: Software zum Konvertieren zwischen versch. Zeichensätzen:
convmv -r -f iso8859-1 -t utf8 /home/user

diese Zeile würde alle von iso8859-1 (latin-1) zu utf-8 (unicode) umzuwandelnden Dateinamen anzeigen. Erst die Angabe des Parameters --notest führt die Umwandlung tatsächlich durch.

Siehe auch: Zeichensatz-Konverter - Zusatztools die Zeichensätze und die unterschiedlichen Zeilenumbrüche konvertieren. Das geht auch mit Online-Diensten wie Online Codepage & Charset text and file converter.

FIXME