Vollbildmodus: Seiteninhalt ohne Menus

Partitionierung

Wenn man einen neuen Datenträger zu seinem (Linux-)System hinzufügen möchte (z. B. eine 2 Festplatte oder eine externe USB-Festplatte) muß dieser Datenträger zuerst partitioniert und formatiert werden.

Vorüberlegungen

Die Einteilung des verfügbaren Festplattenplatzes hängt von der Verwendung des Systems ab. Hierzu sollten Sie einige Dinge beachten:

Für den Start des Einzelbenutzermodus (single-user) müssen /root, /bin, /sbin, /etc, /lib und /dev auf der root (/)-Partition vorhanden sein.

:!: Jede Partition, auf die die Benutzer des Systems Schreibzugriff haben, sollte auf einer eigenen Partition liegen. Die Problematik wird in dem Artikel The mysteriously persistently exploitable program explained aus der Sicherheitsperspektive beleuchtet.

Mindestens die Bereiche /home und /tmp bzw. /var/tmp sollten eine extra Partition darstellen. Dies verhindert einerseits, dass ein Benutzer das Root-Dateisystem (/) unbenutzbar macht und das gesamte System in einen instabilen Zustand bringt und andererseits die oben im Artikel genannten Hardlink-Angriffe. Es bleibt natürlich ein gewisser Platz (meist fünf Prozent, dieser Wert kann mit tune2fs, Parameter -m [Zahl] Prozent oder Anz. reserv. Blöcke mit -r [zahl] angepasst werden) für den Administrator (root) reserviert, doch kann so anderen Benutzern das Arbeiten mit dem System unmöglich gemacht werden. Zudem schreiben manche Dienste als root, z.B. das Paketlogging der Firewall. Mit der Einrichtung von Disk-Quotas (Platzbeschränkungen) für die Benutzer kann man die Sicherheit erhöhen.

Es sollte auch für jeden Bereich, der automatisch mit Daten gefüllt wird (beispielsweise /var und hier insbesondere das Verzeichnis /var/log), eine eigene Partition vorgesehen werden. Auf Debian-Systemen sollte /var großzügiger bemessen werden, da unter /var/cache/apt/archives Pakete temporär abgelegt werden, wenn die Installation über das Netz erfolgt. Weiterhin finden sich unter /var/lib/dpkg viele Dateien, die für das Paketmanagement benötigt werden.

Wenn Software installiert werden soll, die nicht in der Debian-Distribution enthalten ist, sollten auch diese Bereiche auf eigenen Partitionen liegen; diese werden dann bei einer Neuinstallation des Systems nicht überschrieben. Nach dem „Filesystem Hierarchy Standard“ (FHS) sind dies /opt oder /usr/local.

Mountpoint minimale Größe
/ je nach System: bei minimal Servern kann wenig reichen bei Desktops sind 5 GB meist minimum
/usr 2000 MB, wird manchmal auch schreibgeschützt eingehangen
/var hier schreiben viele Dienste z.B. eMail- oder Fax-Server Daten rein, also genug Platz lassen
/home
/tmp > 500 MB, hier landen bei Desktops auch mal DVD-Images von Brennprogrammen, also genug Platz lassen

Zusätzlich wird dann noch die SWAP-Partition angelegt.

Partionierungsprogramme

Zum partitionieren gibt es unter Linux mehrere Programme, die bekanntesten und verbreitesten sind. Auch das altbekannte fdisk (nicht so leicht zu bedienen, dafür immer vorhanden) steht zur Verfügung.

parted / gparted / qtparted

parted (mit den grafischen Oberflächen gparted und qtparted :!:TIP: GParted (Partitionierungs-) LiveCD) sind allesammt sehr brauchbare Programme.

cfdisk

cfdisk wird mit dem Gerätenamen der entsprechenden Festplatte, die partitioniert werden soll, als Argument aufgerufen. Wird kein Gerätename angegeben wird /dev/hda angenommen.

Hat man cfdisk aufgerufen, wird das momentane Partitionierungsschema angezeigt. Im unteren Bereich habe ich eine Auswahl an möglichen Befehlen. Besteht noch unpartitionierter Platz, kann ich darin durch auswählen des unpartitionierten Platzes per Pfeil-auf/Pfeil-ab-Taste den unpartitionierten Bereich erst auswählen und dann über die Pfeil-links/Pfeil-rechts-Tasten auf „new“ gehen um eine neue Partition zu erstellen.

Sofern noch nicht alle primären Partitionen vergeben sind, werde ich dann gefragt, ob ich eine primäre oder eine logische Partition anlegen möchte (auswahl mit Pfeiltasten) und werde dann nach der Größe der Partition gefragt. Steht das hinterlegte Feld oben auf einer bereits angelegten Partition, verändern sich unten die möglichen Kommandos. Hier kann ich eine Partition löschen, ein Boot-Flag setzen oder den Typ der Partition verändern. Den Typ muß ich beispielsweise dann verändern, wenn ich statt einer normalen Linuxpartition eine Swap-Partition oder eine Partition mit einem Fat-Dateisystem erstellen möchte. Wenn ich „Type“ auswähle, bekomme ich eine Liste mit zahlreichen Dateisystemtypen. Die 82 steht dabei beispielsweise für ein Swap-Dateisystem. Nachdem ich den Typ durch die angegebene Zahl ausgewählt habe, gelange ich wieder in meine Partitionsübersicht zurück.

Die Änderungen werden übrigens nicht sofort auf die Festplatte geschrieben. Dies erledigt erst der Befehl „Write“ der ebenfalls per Pfeiltaste erreichbar ist. Mit „Quit“ wird cfdisk wieder verlassen.

 
linux/partitionierung.txt · Zuletzt geändert: 2007/12/23 03:01 von st
 
Backlinks: [[linux:partitionierung]]